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Die Rolle der Bystander beim Fall des Mords an George Floyd

Die Rolle der Bystander beim Fall des Mords an George Floyd

 
 
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Ein kleines Gedankenexperiment. Stell dir vor es liegt jemand bewusstlos vor dir auf der Straße. Würdest du helfen? Die meisten Menschen antworten hier mit „ja“. Ich habe mich sehr viel mit dem Thema „Bystander Effekt“ auseinandergesetzt und kann ziemlich sicher sagen, dass ich in einer solchen Situation helfen und einen Krankenwagen rufen würde. 

Als der Mord an George Floyd passiert ist, habe ich mir dieselbe Frage gestellt aber, dieses Mal waren die Umstände komplexer. 

In diesem Fall hat nämlich eine Gruppe von bewaffneten Polizisten, welche die Exekutive des Landes repräsentieren, einen Mann auf offener Straße erdrosselt.   

Würde ich auch hier eingreifen? Ich habe mir nun viele Videos angesehen und kann sicher sagen, dass ich mich nicht anders verhalten hätte als die Umstehenden. Die Leute haben gefilmt, geschrien, ohnmächtig gefleht und immer wieder darauf hingewiesen, dass hier gerade jemand getötet wird. Als einer der Bystander versucht näher zu kommen, baut sich ein anderer Polizist auf und schirmt die Szenerie ab und Derek Chauvin, zieht, noch immer auf dem Hals von George Floyd kniend, das Pfefferspray. Spätestens in dieser Situation muss man damit rechnen, dass wenn man körperlich eingreift, man selbst Opfer von Gewalt wird oder sogar erschossen wird. 

Hier haben wir es nicht nur mit dem Bystander Effekt oder einer Form des Milgram Effekts zu tun, sondern um eine Situation in der krasse und sinnlose Gewalt durch einen Vertreter des Staates ausgeübt wird. 

Diese Ohnmacht, die die Menschen gespürt haben, das Leid das George Floyd gespürt haben muss, die Aggression, des Polizisten, der fast 9 Minuten lang auf dem Hals gekniet hat du die ekelhafte Loyalität der anderen Polizisten gegenüber Derek Chauvin lassen mich wütend und fassungslos zurück. 

Und diese Wut tragen viele Menschen gerade in sich und vermutlich tausendfach stärker, da sie im Gegensatz zu mir regelmäßig Opfer rassistischer Übergriffe und Diskriminierungen werden. 

Diese Wut entlädt sich nun auf den Straßen in den USA. Die Menschen sind es Leid benachteiligt, eingeschränkt und als Menschen zweiter Klasse wahrgenommen zu werden. Es ist gut, dass dieses Thema dadurch sichtbar wird und in der Gesellschaft diskutiert werden muss, auch wenn ich die Plünderungen und die gewalttätigen Ausschreitungen ablehne. Ich frage mich nun, was passiert danach? Wie können wir es gemeinsam schaffen unsere Gesellschaft so zu verändern, dass solche Fälle in der Zukunft nicht mehr auftreten? Wie können wir eine Gesellschaft kreieren in der jeder und jede unabhängig von seiner oder ihrer Hautfarbe, so leben kann wie er oder sie es möchte, ohne Angst davor haben zu müssen Opfer von Ausgrenzung, Gewalt, Benachteiligung und Rassismus zu werden?

Diese Frage, die viel zu lange aufgeschoben und ignoriert wurde entlädt sich nun in den USA. Und es ist wichtig das wir diese Frage auch in Deutschland debattieren. 

Ich erinnere mich hier an den Fall von Oury Jalloh, welcher im Jahr 2005 im Dienstgebäude der Polizei in Dessau fixiert, misshandelt und anschließend lebendig verbrannt ist. Die beteiligten Polizisten hatten mehrfach Falschaussagen getroffen und die Ermittlungen behindert. Mehrere Gutachten kamen zu dem Schluss, dass Oury Jalloh mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet wurde.  Die angeklagten Polizisten wurden alle freigesprochen.

Ich habe tiefsten Respekt für alle die gerade friedlich in den USA für Gerechtigkeit kämpfen und für alle Beteiligten an der „Initiative Oury Jalloh“ die bis heute nicht locker lassen und alles dafür tun dass dieser Fall aufgeklärt wird. 

Und ich glaube, dass dies ein guter Kanal ist. Die Wut und die Ohnmacht, die nun so viele Menschen spüren, müssen sich in Initiativen wiederfinden, die nicht aufhören für eine gerechtere Gesellschaft zu kämpfen. Wir müssen Rassismus im privaten und im Bereich des öffentlichen Lebens wahrnehmen und uns für eine bessere Prüfung der charakterlichen Eignung von Polizisten und Polizistinnen einsetzen. Wir müssen den Kindern und Jugendlichen bereits in der Schule vermitteln, dass rassistische Äußerungen und Handlungen inakzeptabel sind. 

Wenn jetzt nicht der Zeitpunkt zu handeln gekommen ist, wann dann?

vom

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